02.02.2001

Umweltministerin Bärbel Höhn mit GELSENWASSER einig: Anwendungsverbot für Diuron muss aufrecht erhalten werden

Gemeinsame Erklärung von Umweltministerin Bärbel Höhn und dem Vorsitzenden des Vorstands der GELSENWASSER AG. Prof. Dr. Hartmut Griepentrog anlässlich des heutigen Besuchs der Ministerin bei der GELSENWASSER AG im Wasserwerk Essen:

"Der Plan der Deutschen Bahn AG, ihre Gleisanlagen wieder mit dem Totalherbizid Diuron zu behandeln, darf nicht Realität werden. Die Gefahr, dass das Mittel in die Gewässer gelangt, und bei der Trinkwassergewinnung mit aufwendiger Technologie entfernt werden muss, ist nicht verantwortbar. Es gibt ausreichend Alternativen, Gleisanlagen von gefährdendem Bewuchs freizuhalten. Die Wasserversorgungsunternehmen sind auf eine nachhaltige Bewirtschaftung des Wasserhaushaltes in quantitativer und qualitativer Sicht ausgerichtet. Mit umfangreichen Bemühungen werden Schadstoffeinträge ins Wasser vermieden oder verhindert. Trinkwassergewinnung darf nicht zur Reparaturwerkstatt für bewusst zugelassenes umweltschädigendes Verhalten werden. Trinkwasser ist ein Lebensmittel bester Güte, das keine Belastungen erfahren darf."

Hintergrund:
Diuron ist ein so genanntes Totalherbizid, das den auf Gleisanlagen unerwünschten Pflanzenwuchs bekämpft. Nach der derzeitig gültigen Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung ist die Anwendung von Diuron auf Gleisanlagen verboten. Zurzeit gibt es Überlegungen, die Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung so zu ändern, dass ein Einsatz von Diuron wieder möglich wird. Diuron kann in das Grundwasser und auch in die Oberflächengewässer eingetragen werden und muss bei der Aufbereitung des Trinkwassers mit aufwendiger und kostenintensiver Technik entfernt werden. Bei der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie in deutsches Recht ist vorgesehen, Diuron auf die Liste gefährlicher Stoffe zu setzen, die zukünftig nicht mehr in die Umwelt ausgebracht werden sollten.


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