06.03.2012

Wasserwerke an der Ruhr werden mit weiteren Aufbereitungsstufen ausgerüstet

180 Millionen Euro stehen als Investition zur Verfügung

„Für die Aufrüstung der mit Gelsenwasser verbundenen Wasserwerke an der Ruhr stehen insgesamt 180 Millionen Euro zur Verfügung“, erklärte Dr. Bernhard Hörsgen, Vorstand der GELSENWASSER AG am Rande einer Sitzung der Trinkwasserkommission beim Umweltbundesamt in Berlin. „Gut 90 Millionen Euro sind bereits in der Umsetzung, für die weiteren 90 Millionen erwarten wir zeitnah entsprechende Anordnungen der zuständigen Behörden, damit wir auf rechtlich sicherem Boden agieren. Dies ist die einzige Auflage, die die Aufsichtsräte der Wasserwerke Westfalen (eine Gesellschaft der DEW21 und der GELSENWASSER AG) und der Wasserbeschaffung Mittlere Ruhr (gemeinsam mit den Stadtwerken Bochum) gemacht haben. Aufgabe von Politik und Verwaltung ist die Vorgabe klarer Regeln, Aufgabe der Versorgungsunternehmen ist die schnellstmögliche Umsetzung der Auflagen. Dieser Aufgabe stellen wir uns mit den uns verbundenen Unternehmen an der Ruhr.“

Projektiert sind die Erweiterungen der Aufbereitungsstufen in den Wasserwerken Westhofen 1, Villigst, Hengsen, Halingen und Witten der Wasserwerke Westfalen und im Wasserwerk Stiepel der Wasserbeschaffung Mittlere Ruhr. Das Wasserwerk Witten ist bereits seit 1982 mit einer Bodenfiltrataufbereitung durch Ozonung, Flockung und Partikelentfernung durch eine biologisch aktive Schnellfiltration ausgerüstet. Mit der Dosierung von Pulveraktivkohle werden darüber hinaus adsorbierbare Spurenstoffe schon vor der Versickerung in den Untergrund zurückgehalten. Seit 2009 werden die Wasserwerke der Wassergewinnung Essen GmbH entsprechend ausgerüstet, hier werden aktuell 55 Millionen Euro verbaut. Nach Vorliegen der wasserrechtlichen Bewilligung für das Werk Echthausen werden die Arbeiten zurzeit ausgeschrieben. Die Werke Westhofen II und Ergste der WWW werden stillgelegt.

„Alle Wasserwerke werden, so weit nicht schon vorhanden, um Flockungs-, Adsorptions-, Ozonungs- und UV-Desinfektionsstufen ergänzt. Wir investieren also intensiv in den vorbeugenden Gesundheitsschutz und die neuen Herausforderungen, die eine immer bessere Analytik mit sich bringen“, erläuterte Dr. Hörsgen die Maßnahmen. „Zudem sind wir dann auch vor zukünftigen Stoffeinleitungen in die Ruhr – wie bei der illegalen Ausbringung von PFT-haltigen Klärschlämmen in 2006 – besser geschützt.“

Die Bauarbeiten werden aller Voraussicht nach bis 2019 andauern, da die Werke weiterhin die Versorgungsaufgaben erfüllen müssen. „In Essen beträgt die Bauzeit bis zum Abschluss der Inbetriebnahmephase voraussichtlich vier Jahre bis 2013. Von dieser Dauer muss man grundsätzlich auch in den anderen Werken ausgehen. Bauarbeiten in Wasserwerken bedürfen großer Sorgfalt und umfangreicher Genehmigungs- und Vergabeprozesse. Niemand würde akzeptieren, wenn es zu Versorgungs- oder Qualitätseinschränkungen durch diese Maßnahmen käme. Es geht schließlich darum, eine Million Menschen auch während dieser Phase mit einwandfreiem Trinkwasser zu versorgen“, so Dr. Hörsgen.

Krankheitserreger schon heute im Fokus

Die aktuellen Erweiterungen der Aufbereitungsstufen dienen der langfristigen Vorsorge und der Versorgungssicherheit. Durch die Bodenpassage des Wassers während der Aufbereitung werden bereits jetzt Krankheitserreger zurückgehalten. Eine zusätzliche Sicherheit bietet die anschließende Desinfektion des Trinkwassers, das hygienisch einwandfrei ist und stets allen Anforderungen der strengen deutschen Trinkwasserverordnung entspricht.

Das belegen die Untersuchungen unabhängiger Institute in enger Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden. Das Trinkwasser wird regelmäßig, tw. täglich auf Indikatororganismen (darunter E. coli, Enterokokken, Clostridium perfringens) untersucht.

Die aktuelle Diskussion über Krankheitserreger beruht auf der Entwicklung neuer Untersuchungsmethoden, die für die Routineanalytik in den Laboren noch nicht zur Verfügung stehen. Dies betrifft nicht nur die Ruhrregion, sondern die gesamte deutsche Trinkwasserversorgung.

Gelsenkirchen, 6. März 2012


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