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Warum mit der Landwirtschaft?

In der Nachbarschaft von Wasserwerken werden häufig Flächen landwirtschaftlich genutzt. In den eingerichteten Wasserschutzzonen sind dabei Wasserschutzregeln zu beachten. Doch häufig sind die Wassereinzugsgebiete deutlich größer als die Wasserschutzzonen. Hier gilt es einen einvernehmlichen Schutz des Wassers zu organisieren. Aus diesem Grund arbeitet GELSENWASSER mit den Landwirten zusammen. 

Aktuell steht die Kooperation vor neuen Herausforderungen. In den vergangenen Jahren mussten im Wasserwerk Haltern große Mengen Aktivkohle eingesetzt werden, um Pflanzenschutzmittel zu adsorbieren.

Wie funktioniert die Kooperation?

Auf einen einfachen Nenner gebracht, funktioniert diese Kooperation wie folgt:

GELSENWASSER finanziert professionelle Beratung im Umgang mit Pflanzenschutz- und Düngemitteln. Ziel ist es, die optimale Menge bzw. die optimalen Wirkstoffe für den Pflanzenwuchs zu finden, ohne dass es zu Kontaminationen des Wassers kommt. Gelingt dies, werden die Landwirte zusätzlich honoriert, das Unternehmen muss weniger Aufwand betreiben, um sauberes Trinkwasser zu gewinnen.

Mit Aktivkohle werden unerwünschte Stoffe aus dem Wasser entfernt

Ein feines, schwarzes Pulver – so sieht Aktivkohle aus. Schon der kleinste Windhauch und die winzigen Körnchen fliegen in alle Richtungen. Kaum zu glauben, dass das Pulver eine extrem wichtige Rolle in der Wasseraufbereitung  spielt. Auch bei GELSENWASSER im Wasserwerk Haltern! Hunderte Tonnen wurden dort in den vergangenen Jahren eingesetzt.

Der Grund: Mithilfe der Aktivkohle lassen sich unerwünschte Stoffe aus dem Wasser entfernen. Dabei handelt es sich in erster Linie um sogenannte Pflanzenschutzmittel. Chemikalien, die als Unkrautvernichter in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Durch starke Regenfälle gelangen Stoffe wie Dimethenamid oder Terbuthylazin von den Feldern in die Bäche und Flüsse des Talsperren-Systems. Hohe Konzentrationen solcher Chemikalien finden sich besonders nach den Spritzphasen im Maisanbau im Seewasser. In der Vergangenheit waren es auch andere Wirkstoffe wie Atrazin, Nicosulfuron oder Bentazon.

Durch engmaschige Kontrollen im gesamten System stellt GELSENWASSER sehr schnell fest, wann die Pflanzenschutzmittel im Wasser der Talsperren und in deren Zuflüssen vorhanden sind.  Als Folge kommt die Aktivkohle zum Einsatz. Bedarfsgerecht wird das Pulver in das aus der Talsperre kommende Wasser beigemischt., d.h. es wird nur so viel Aktivkohle eingesetzt, wie nötig ist um die unerwünschten Stoffe aus dem Wasser zu entfernen.
Das gelingt dann sicher, denn das Pulver wirkt auf die Stoffe wie ein riesiger Schwamm. Möglich ist das aufgrund der riesigen Oberfläche jedes einzelnen Pulverkorns.  Nur vier Gramm Aktivkohle haben eine Oberfläche so groß wie ein Fußballfeld. Jedes „Körnchen“ Aktivkohle kann dadurch jede Menge aufnehmen: Die Stoffe, die nicht im Wasser sein sollen, werden von der Aktivkohle adsorbiert. Die Kohlepartikel sinken dann mit den unerwünschten Stoffen zu Boden – und werden am Ende per Saugbagger entfernt. Das Wasser kann danach problemlos für die weitere Trinkwasseraufbereitung verwendet wird.

Die Fähigkeiten der Aktivkohle haben ihren Preis. Jede Tonne  kostet je nach Marktlage zwischen 1.500 und 2.000 Euro. Somit entstehen allein für die Aktivkohle jedes Jahr Kosten zwischen 200.000 und 1 Mio. Euro. Dazu kommen noch die Kosten für die Dosieranlage, die Analytik und die Verwertung bzw. Entsorgung der gebrauchten Kohle hinzu. Vor diesem Hintergrund engagiert sich GELSENWASSER  intensiv, den Eintrag der Schadstoffe zu vermeiden. In der Kooperation mit der Landwirtschaft im Stever-Gebiet ist dieses Thema stets präsent.   

Ihr Ansprechpartner

Ulrich Peterwitz

Wasserwirtschaft

 0209 708-274