Verbraucherinfos

Energiemarktlage

Aktuelle Infos zum Energiemarkt: Das sollten Sie wissen! 

Die Lage auf dem Energiemarkt ist angespannt und eine weitere Verschlechterung der Situation kann nicht ausgeschlossen werden. Die Beschaffungspreise auf den Energiemärkten schwanken stark. Aber: Die Gasversorgung in Deutschland ist im Moment stabil, die Gasspeicher sind gefüllt und die Versorgungssicherheit derzeit gewährleistet. Damit das im Winter so bleibt, ist es unerlässlich, sparsam mit Energie umzugehen.

Bund und Länder haben sich auf eine Reihe von Beschlüssen geeinigt, um die Bundesbürger bei den Energiekosten zu entlasten. So wird der Bund für Privathaushalte und kleinere Unternehmen (Jahresverbrauch < 1,5 Mio. kWh), die Gas oder Wärmelieferungen beziehen, den Dezember-Abschlag übernehmen. Bei Mietern wird die Entlastung bei der nächsten jährlichen Heizkostenabrechnung weitergegeben. Von Frühjahr 2023 bis Frühjahr 2024 soll eine Gas- und Strompreisbremse greifen.Zurzeit arbeitet das Bundeswirtschaftsministerium am Gesetzentwurf.

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Alles zur Energiemarktlage und Kundeninformationen finden Sie bei den Energievertriebsgesellschaften der Gelsenwasser-Gruppe.

Wir beantworten Ihre Fragen zum Energiemarkt

01Woher kommt das Erdgas, mit dem wir versorgt werden?

Die Vertriebe des Gelsenwasser-Konzerns und der Partnergesellschaften versorgen ihre Kunden über den jeweiligen Netzbetreiber mit einem Gasgemisch aus verschiedenen Herkunftsländern, mit einem Schwerpunkt aus norwegischen und niederländischen Quellen. 

Die GELSENWASSER-Energienetze GmbH als Netzbetreiberin leitet das Gas derjenigen Lieferanten durch ihr Netz, die sich die Verbraucher*innen ausgesucht haben.

02Ist die Gasversorgung weiterhin gesichert?

Derzeit ist die Versorgung mit Erdgas gesichert. Die Situation kann sich aufgrund der Russland-Krise im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg Russlands in der Ukraine aber verschlechtern.

Seit der Drosselung des Gasdurchflusses ist der Gasmarkt noch angespannter. Daher trat am 9. August der europäische Gas-Notfallplan zur Vorbereitung auf einen möglichen Stopp russischer Erdgaslieferungen in Kraft. Alle EU-Länder sollen ihren Gasverbrauch ab sofort bis März 2023 freiwillig um 15 Prozent senken (im Vergleich mit dem Durchschnittsverbrauch der vergangenen fünf Jahre in diesem Zeitraum).

Die Gasversorgung in Ihrem Ort ist eingebunden in das deutsche und europäische Fernleitungsnetz. Somit ist die Gasversorgung bei Ihnen abhängig von der Sicherheit der Gasversorgung in Deutschland.  Insgesamt kann Europa auf einen breiten Liefermix aus verschiedenen Richtungen bauen. Die Bundesnetzagentur bezeichnet die Lage aktuell (21.11.2022) als stabil, die Versorgungssicherheit ist gewährleistet.

Weitere Informationen dazu finden Sie beim Bundeswirtschaftsministerium und auf der Seite der Bundesnetzagentur.

03Was passiert, wenn ein Gasmangel entsteht?

Im Fall eines Gasmangels gibt es eine vielschichtige Vorgehensweise, die in verschiedenen Gesetzen und Verordnungen geregelt ist. Wir haben in Europa Sicherungsmechanismen, die in einer Engpasssituation greifen. Die Abschaltung einzelner Kunden ist in dieser Sicherheitskette das allerletzte Glied.
Haushaltskunden und Einrichtungen wie z. B. Krankenhäuser und Pflegeheime sind durch gesetzliche Bestimmungen besonders geschützt.
Sollten bei langfristigen, sehr umfangreichen Lieferausfällen weitere Einschränkungen notwendig sein, entscheiden die Netzbetreiber nach den dann geltenden politischen Vorgaben, wie die zur Verfügung stehende Menge verteilt wird.

Aktuelle Informationen zum Netzbetrieb im Versorgungsgebiet der Gelsenwasser-Energienetze GmbH finden Sie hier.
 

04Ich bin Gewerbekunde – was kann mir bei einer Gasmangellage passieren?

Sollte die Bundesregierung die dritte Stufe (Notfallstufe) des Gas-Notfallplans ausrufen und so eine Gasmangellage vorliegen, kann es sein, dass einzelne Industrie- und Gewerbeunternehmen abgeschaltet werden. Die Reihenfolge richtet sich nach gesetzlichen Vorgaben, z.B. dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), sowie Anweisungen der Bundesnetzagentur (BNetzA), die als Bundeslastverteiler im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) handelt. 

Informationen dazu erhalten betroffene Kund*innen vom jeweiligen Netzbetreiber. 

Wichtig ist: Das Vertragsverhältnis bleibt weiter bestehen. Zahlungen können für die Dauer der Unterbrechung pausiert ausgesetzt werden. Soweit möglich sollte Erdgas dann durch andere Energien ersetzt werden, da es in der Regel keine Angaben zur Dauer der Versorgungsunterbrechung gibt. 

Bei Wiederinbetriebnahmen abgeschalteter Erdgasgeräte können vorher technische Überprüfungen notwendig sein. Dazu wird der Netzbetreiber informieren.  

05Wie funktioniert eigentlich der Energie-Einkauf?

Strom und Erdgas werden seit 2008 an der Energiebörse in Leipzig (EEX = European Energy Exchange) gehandelt. Hintergrund dieser Institution ist die Trennung von Energienetz und Energieverkauf in Europa. Die Energieanbieter stehen seither im freien Wettbewerb zueinander und kaufen die Energie, die sie zur Versorgung ihrer Kunden brauchen, hier ein. Es gibt einen Terminmarkt – dort kauft man den ungefähren Verbrauch für die nächsten vier Jahre – und den tagesaktuellen Spotmarkt. Hier kauft man die benötigten Restmengen zu.  

06Warum gibt es die Gasspeicherumlage und was bedeutet sie?

Die Bundesregierung hatte alle Betreiber von Gasspeicher-Anlagen in Deutschland dazu verpflichtet, ihre Speicher schrittweise zu füllen. So soll einerseits die Energieversorgung in den kalten Monaten gewährleistet und andererseits heftige Preisausschläge eingedämmt werden. Das neue Gasspeichergesetz gibt entsprechende Füllstände vor, aktuell: 1. Oktober 85 %, 1. November 95 %. Das Ziel wurde erreicht die Gasspeicher sind gefüllt. Das Ziel für 1. Februar 2023 liegt bei 40 %. Um die damit verbundenen Kosten zu decken, hat die Bundesregierung gemäß § 35e Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) eine neue Speicherumlage eingeführt, die ab 1. Oktober 2022 erhoben wird. Die Höhe der Umlage beträgt 0,07 ct/kWh.

Jeder Gasversorger bekommt die neue Umlage in Rechnung gestellt und muss sie an seine Kund*innen weitergeben. Die Höhe der Umlage wird regelmäßig geprüft und angepasst – das kann bei späteren Anpassungen dann teurer, aber auch preiswerter werden.

07Warum ist der Kundenservice derzeit telefonisch nur schwer zu erreichen?

Unser Kundenservice bietet die Möglichkeit, sich am Telefon persönlich beraten zu lassen. Derzeit ist es jedoch aufgrund des hohen Anrufaufkommens sehr schwierig, einen Ansprechpartner zu erreichen.

Sehr viele Kund*innen haben Fragen zu Energiepreisen und -verträgen.

Wir würden gern jeden Anrufer direkt bedienen, das ist derzeit jedoch nicht zu schaffen. Darum versuchen wir, Ihnen über verschiedene Wege und insbesondere online möglichst umfassend alle Informationen zur Verfügung zu stellen.

Übrigens: Viele Anliegen können Sie im Onlineservice-Center Ihres Energieversorgers selbst erledigen, etwa Ihren Zählerstand eingeben und Ihren Abschlag anpassen. Zu Ihrem Energieversorger kommen Sie über den jeweiligen Link oben.

Ist die Stromversorgung gesichert?

Die deutsche Energieversorgung zählt zu den sichersten weltweit. Engpässe in der deutschen Stromerzeugung gibt es momentan nicht. Die Kraftwerke produzieren plan- und bedarfsgerecht. 

Die Betreiber kritischer Infrastrukturen müssen kontinuierlich sehr hohe regulatorische Sicherheitsanforderungen umsetzen und nachweisen (u.a. für Energieversorgungsnetze und für Energieanlagen). Zudem bestehen Meldepflichten bei IT-Sicherheitsvorfällen gegenüber dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Die Einhaltung dieser Anforderungen wird von der Bundesnetzagentur sowie dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik überwacht. Die Anforderungen werden bei Bedarf aktualisiert oder erweitert. Die in Deutschland für den Sektor Energie geltenden Anforderungen gehen weit über die verpflichtenden Mindestanforderungen der Europäischen Cybersicherheitsrichtlinie hinaus.  

Was kann ich tun, um weniger Energie zu verbrauchen? 

Jede(r) kann mithelfen, dass auch in einer Mangelsituation so viele Menschen und Einrichtungen wie möglich Energie zur Verfügung haben. Dazu lohnt es sich schon jetzt den eigenen Verbrauch zu senken! Überprüfen Sie dafür z. B. auch Ihre Geräteeinstellungen (Stand-by ausschalten), die Heizungseinstellung (schon eine um 1 Grad geringere Raumtemperatur pro Haushalt hat in Summe bundesweit einen deutlichen Spareffekt) und wählen Sie Ihre Fortbewegungsmittel so energiearm wie möglich. Ein hydraulischer Abgleich verbessert die Effizienz Ihrer Heizung erheblich.

Alle Unternehmen des Gelsenwasser-Konzerns haben viele Tipps zum Energiesparen auf Ihren Homepages. Zu Ihrem Versorger gelangen Sie am einfachsten über den Link rechts.