Verbraucherinfos

Energiemarktlage

Aktuelle Infos zum Energiemarkt: Das sollten Sie wissen! 

Seit Wochen ist der Energiemarkt unter Druck. Erst sorgten Corona und eine plötzlich sehr hohe Nachfrage am Weltmarkt für Turbulenzen. Jetzt stellt uns die Russland-Krise vor neue, noch nie dagewesene Herausforderungen. Die Lage und somit auch die Konsequenzen am Energiemarkt ändern sich täglich. Darum haben wir hier die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt, um Sie laufend zu informieren und Zusammenhänge zu erklären.  

Wir beantworten Ihre Fragen zum Energiemarkt

01Woher kommt das Erdgas, mit dem wir versorgt werden?

Die Vertriebe des Gelsenwasser-Konzerns und der Partnergesellschaften versorgen ihre Kunden über den jeweiligen Netzbetreiber mit einem Gasgemisch aus verschiedenen Herkunftsländern, mit einem Schwerpunkt aus norwegischen und niederländischen Quellen. 

Die GELSENWASSER-Energienetze GmbH als Netzbetreiberin leitet das Gas derjenigen Lieferanten durch ihr Netz, die sich die Bürger*innen ausgesucht haben.

02Ist die Gasversorgung weiterhin gesichert?

Derzeit ist die Versorgung mit Erdgas gesichert. Die Gasversorgung in Ihrem Ort ist eingebunden im deutschen und europäischen Verbundnetz der Gasversorgung. Somit ist die Gasversorgung bei Ihnen abhängig von der Sicherheit der Gasversorgung in Deutschland. Diese fußt im Wesentlichen auf Importen aus Norwegen und Russland. Russland liefert gut 50 % des in Deutschland verbrauchten Erdgases. Insgesamt kann Europa auf einen breiten Liefermix aus verschiedenen Richtungen bauen. 

 

03Was passiert, wenn Russland kein Erdgas mehr liefert bzw. weniger Erdgas liefert?

Stand zurzeit findet die physische Gaslieferung aus Russland nach Deutschland weiter statt. Zeitweise Mengenreduzierungen über die verschiedenen Transportwege können aufgrund der Krisensituation nicht ausgeschlossen werden. Ganz ohne russisches Erdgas würde eine Versorgung langfristig nur bei deutlicher Einschränkung des Verbrauchs durch Industrie, Gewerbe und Haushalte möglich sein. 

04Was passiert, wenn doch ein Gasmangel entsteht?

Im Fall eines Gasmangels gibt es eine vielschichtige Vorgehensweise, die in verschiedenen Gesetzen und Verordnungen geregelt ist. Wir haben in Europa Sicherungsmechanismen, die in einer Engpasssituation greifen. Die Abschaltung einzelner Kunden ist in dieser Sicherheitskette das allerletzte Glied.
In jedem Fall sind Haushaltskunden und Einrichtungen wie z. B. Krankenhäuser und Pflegeheime durch gesetzliche Bestimmungen besonders geschützt.
Sollten bei langfristigen, sehr umfangreichen Lieferausfällen weitere Einschränkungen notwendig sein, entscheiden die Netzbetreiber nach den dann geltenden politischen Vorgaben, wie die zur Verfügung stehende Menge verteilt wird.
 

05Ich bin Gewerbekunde – was kann mir bei einer Gasmangellage passieren?

Sollte die Bundesregierung die dritte Stufe (Notfallstufe) des Gas-Notfallplans ausrufen und so eine Gasmangellage vorliegen, kann es sein, dass einzelne Industrie- und Gewerbeunternehmen abgeschaltet werden. Die Reihenfolge richtet sich nach gesetzlichen Vorgaben, z.B. dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), sowie Anweisungen der Bundesnetzagentur (BNetzA), die als Bundeslastverteiler im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) handelt. 

Informationen dazu erhalten betroffene Kund*innen vom jeweiligen Netzbetreiber. 

Wichtig ist: Das Vertragsverhältnis bleibt weiter bestehen. Zahlungen können für die Dauer der Unterbrechung pausiert ausgesetzt werden. Soweit möglich sollte Erdgas dann durch andere Energien ersetzt werden, da es in der Regel keine Angaben zur Dauer der Versorgungsunterbrechung gibt. 

Bei Wiederinbetriebnahmen abgeschalteter Erdgasgeräte können vorher technische Überprüfungen notwendig sein. Dazu wird der Netzbetreiber informieren.  

06Wie funktioniert eigentlich der Energie-Einkauf?

Strom und Erdgas werden seit 2008 an der Energiebörse in Leipzig (EEX = European Energy Exchange) gehandelt. Hintergrund dieser Institution ist die Trennung von Energienetz und Energieverkauf in Europa. Die Energieanbieter stehen seither im freien Wettbewerb zueinander und kaufen die Energie, die sie zur Versorgung ihrer Kunden brauchen, hier ein. Es gibt einen Terminmarkt – dort kauft man den ungefähren Verbrauch für die nächsten vier Jahre – und den tagesaktuellen Spotmarkt. Hier kauft man die benötigten Restmengen zu.  

07Warum ist derzeit der Vertrieb gestoppt/ Warum kann man keinen Energievertrag abschließen?

Die benötigten Mengen für Bestandskunden sind aufgrund von Erfahrungswerten bekannt und konnten geplant werden. Nicht jedoch der zusätzliche Bedarf (dieser ist in einem sehr kalten Winter etwa viel höher). Derzeit funktioniert die Energiebörse in Leipzig (EEX = European Energy Exchange) nicht wie gewohnt, da es zu wenig Energieangebote am Markt gibt. In der Folge steigen die Preise in ungewohnte Höhen, zudem gibt es extreme Schwankungen. Neue Kunden, die nicht in die Grund-/Ersatzversorgung fallen, könnten wir nur zu sehr hohen Tagespreisen versorgen – das können und wollen wir nicht anbieten.  

08Ich kann vermutlich meine Rechnung nicht komplett bezahlen - was kann ich tun?

Sollten Sie tatsächlich in diese Situation geraten, bieten wir Ihnen einen zinslosen Ratenplan an. Bitte melden Sie sich gerne in unserem Kundenmanagement unter der Ihnen bekannten kostenfreien Rufnummer oder schreiben Sie uns. Wir werden versuchen eine Lösung für Sie zu finden. 

09Werden meine Abschläge automatisch an höhere Kosten angepasst?

Ihre aktuellen Abschläge entsprechen Ihrem Verbrauch des Vorjahres. Die Abschlagshöhe wird mit jeder Jahresverbrauchsabrechnung neu angepasst. Wenn Sie denken, dass Sie derzeit mehr verbrauchen oder die Abschläge nicht ausreichen, können Sie diese aber auch gern im Onlineservice-Center oder telefonisch anpassen lassen.  

Ist die Stromversorgung gesichert?

Die deutsche Energieversorgung zählt zu den sichersten weltweit. Engpässe in der deutschen Stromerzeugung gibt es momentan nicht. Die Kraftwerke produzieren plan- und bedarfsgerecht. 

Die Betreiber kritischer Infrastrukturen müssen kontinuierlich sehr hohe regulatorische Sicherheitsanforderungen umsetzen und nachweisen (u.a. für Energieversorgungsnetze und für Energieanlagen). Zudem bestehen Meldepflichten bei IT-Sicherheitsvorfällen gegenüber dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Die Einhaltung dieser Anforderungen wird von der Bundesnetzagentur sowie dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik überwacht. Die Anforderungen werden bei Bedarf aktualisiert oder erweitert. Die in Deutschland für den Sektor Energie geltenden Anforderungen gehen weit über die verpflichtenden Mindestanforderungen der Europäischen Cybersicherheitsrichtlinie hinaus.  

Was kann ich tun, um weniger Energie zu verbrauchen? 

Alle Unternehmen des Gelsenwasser-Konzerns haben viele Tipps zum Energiesparen auf Ihren Homepages. Zu Ihrem Versorger gelangen Sie am einfachsten über den Link rechts.