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Trinkwasser-Versorgung als Teil der zukunftsfähigen Daseinsvorsorge

Wasser-Infrastruktur ist eines der Schwerpunktthemen beim Team blau-grün. Um unsere Kunden sicher mit qualitativ einwandfreiem Trinkwasser zu versorgen, stemmen wir eine umfassende Infrastruktur, die wir erhalten, erweitern und weiterentwickeln.
Die Wasserinfrastruktur beinhaltet die viele einzelne Bereiche, wie

  • die Wassergewinnung und Wasseraufbereitung in unseren Wasserwerken,
  • die Wasserverteilung durch das Rohrnetz,
  • die technischen Anlagen, zum Beispiel zur Druckerhöhung,
  • die Wasserspeicher.

Das Versorgungsgebiet von Gelsenwasser

Wir sind selbst oder mit Konzernbeteiligungen tätig vom Niederrhein, in weiten Teilen des Ruhrgebiets bis nach Ostwestfalen (Kreis Gütersloh). Wir versorgen 31 Städte und Gemeinden auf der Basis von Konzessionsverträgen. Daneben beziehen eine Vielzahl von Versorgungsunternehmen bei uns Trinkwasser, um es an ihre Kunden zu verteilen (Wiederverkauf). Last but not least sind noch eine Reihe von Industrieunternehmen Bezieher und Verbraucher unseres Trinkwassers.

Wir betreiben rund 8.200 km Rohrnetz aller Nennweiten (25 mm für Hausanschlüsse bis 1200 mm für Zubringerleitungen).


Zahlen zur Wasser-Infrastruktur

57,2 Mio. €
So hoch war das Investitionsvolumen des Gelsenwasser-Konzerns 2019

26,9 Mio. €
So viel investierte unser Konzern 2019 ins Rohrnetz

23 Mio. €
So viel investierte die GELSENWASSER AG 2019 in Wasserleitungen

5 Mio. €
So viel kostet die Sanierung des Wasserspeichern in der Halde Scholven.

5.723.541  
So viele Meter Rohrnetz wurden 2019 von Gelsenwasser betrieben

35.847
So viele Meter Wasserleitungen hat Gelsenwasser 2019 erneuert

17.232  
So viele Meter Wasserleitungen wurden 2019 vom Team blau-grün neu verlegt

Versorgungssicherheit

So gewährleisten wir bei Gelsenwasser die Versorgungssicherheit:

  • Die Talsperren Haltern und Hullern können 35 Kubikmeter Wasser speichern, das ist etwa ein Drittel des Jahresbedarfs. Durch die Stever und den Mühlbach fließt ständig Wasser nach.
  • In trockenen Zeiten kann die Stever oberhalb der Seen mit Wasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal angereichert werden. Der wiederum ist mit dem Kanalnetz der Westdeutschen Kanäle verbunden ist und wird zum Großteil aus der Lippe gespeist.
  • Das in den Talsperren gespeicherte Oberflächenwasser wird über Versickerungsbecken über mehrere Wochen in tiefe Bodenschichten geleitet und dabei natürlich gereinigt.
  • Durch Grundwassergewinnung im Bereich des Wasserwerks Haltern sowie der Waldgebiete Haard und Hohe Mark gewinnt Gelsenwasser zusätzlich Wasser
  • Im Einzugsgebiet der Ruhr sorgen die Wasserwerke Westfalen, an denen Gelsenwasser zu 50 Prozent beteiligt ist, und das ausgeklügelte Talsperren-Management des Ruhrverbands , der das Talsperrennetz im Sauerland für allzeit frisches Trinkwasser aus dem Hahn.

Schauen Sie hier, aus welchem Wasserwerk Sie Ihr Trinkwasser bekommen.

Verfügbarkeit

Zunächst ist es wichtig, ausreichend große Wasservorräte verfügbar zu haben. Das wird in Deutschland durch die Wasserbehörden geregelt, die Entnahmerechte auf der Basis von Bedarfsnachweisen erteilen. Ausschlaggebend dabei ist, dass eine ausgeglichene Wasserbilanz gewährleistet ist, d.h.: Es darf nicht mehr Wasser entnommen werden als natürlicherweise zur Verfügung steht. Grundwasservorkommen etwa dürfen nicht überbeansprucht werden.

Förderung, Verteilung und Sicherheit

Hier ist die Auslegung der Wasserwerke und des Rohrnetzes sowie deren Zuverlässigkeit (Sicherheit gegen Störungen und Ausfälle) zu sehen. Wir sorgen dafür, dass sowohl Werke als auch Netz ein Höchstmaß an Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit gewährleisten (Absicherung der Stromversorgung, Reservepumpen, Verbund zwischen den Wasserwerken, Werken, Instandhaltung der technischen Anlagen und vieles mehr. Weitere Aspekte sind z.B. die Organisation und gut ausgebildetes Personal, Bereitschaftsdienst

Bei Trockenheit und Hitze

An heißen Tagen bei vorangegangener Trockenheit steigt üblicherweise der Wasserverbrauch aller Kunden. Die Haushalte und Kommunen benötigen mehr Wasser, auch zur Bewässerung der Grünflächen und Gärten. Üblicherweise wird daher vor allem in den frühen Abendstunden am meisten verbraucht. Dann ist es vor allem bei kleineren Systemen die Herausforderung, den Druck im Verteilnetz aufrechtzuerhalten. Wenn Pumpen nicht so viel Wasser fördern könnten, wie aus dem Netz gerade entnommen wird, würde der Druck abfallen. In solchen Situationen sind Hochbehälter wertvoll, weil sie einen Wasservorrat mit ausrechendem Druck (wegen der Höhenlage) vorhalten. In den großen Rohrnetzen des Wasserwerks Haltern zusammen mit dem Verbundsystem unserer Wasserwerke an der Ruhr und einem leistungsfähigen Transportnetz ist die Abhängigkeit deutlich geringer und die Versorgungssicherheit umso zuverlässiger – ein Riesenvorteil unseres Systems im Ruhrgebiet! Die Infrastruktur ist ausgelegt für den großen Bedarf auch der Schwerindustrie (Bergwerke, Stahlwerke), der heute nicht mehr vorhanden ist. Umso zuverlässiger arbeitet das System in der Belastungssituation.

 

Die Sommer 2018 & 2019

Die ungewöhnlich heiße Witterung im Sommer 2019 hat die Wasserversorgung in NRW erneut vor besondere Herausforderungen gestellt. Bereits das Vorjahr 2018 machte durch Hitzerekorde, eine über acht Monate anhaltende Trockenheit und einen hohen Wasserbedarf von sich Reden.

Die nassen Monate Dezember 2018 und Januar bis März 2019 brachten die lange erwarteten, überdurchschnittlichen Niederschläge und Abflussmengen, um die Oberflächengewässer und Talsperren wieder zu füllen. Diese Reserven waren dann in den trockenen Monaten von April bis September 2019 notwendig.Denn mit der großen Hitze – insbesondere im Juli 2019 – ging ein hoher Wasserbedarf einher.

So stieg der personenbezogene Wasserbedarf im letzten Jahr von 127 wieder an auf 131 Liter pro Kopf und Tag, nachdem in den Jahrzehnten zuvor eher ein stetiger Rückgang zu beobachten war.

Der Spitzentag für die Wasserabgabe war der 24. Juli 2019 mit einer Tagessumme von 384.376 m³ Trinkwasser allein im Wasserwerk Haltern. Dies war sogar geringfügig mehr als am Spitzentag im Jahr 2018 (383.651 m³). Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser war auch in 2019 zu jeder Zeit sichergestellt.

Ab Oktober 2019 füllten Niederschläge die Talsperren nach und nach, so dass im Frühjahr 2020 dort wieder die volle Kapazität zur Verfügung stand.

Wasserspeicherung: Von der Talsperre bis zum Löschwasservorrat

Der Wasserverbrauch in einem Versorgungsgebiet unterliegt – über 24 Stunden betrachtet – mehr oder weniger stark ausgeprägten Schwankungen. Die Schwankungsbreite wird in sogenannten Tagesganglinien abgebildet. In der Regel gilt, je mehr Einwohner ein Versorgungsgebiet hat, desto geringer sind die Schwankungen. Das Wasserwerk Haltern versorgt rund eine Million Menschen mit Trinkwasser. Die Speicheranlagen schaffen den Ausgleich zwischen einem gleichmäßigem Wasserzulauf und ungleichmäßigem Ablauf.

Funktionen eines Wasserspeichers

  • Ausgleich von Verbrauchsschwankungen
  • Puffern von Verbrauchsspitzen
  • Ausgleich zwischen Vor- und Hauptförderung
  • Einhalten der erforderlichen Druckbereiche
  • Sicherstellen einer Notversorgung bei Störungen
  • Bereithalten von Löschwasser
  • Druckzonenversorgung
  • Speichern zum Absetzen von Feststoffen
  • Abflussausgleich
Hochdruckbehälter

Ein Hochbehälter kann dazu dienen, den Versorgungsdruck in einem Versorgungsgebiet nahezu konstant zu halten. Der Versorgungsdruck wird von der Wasserspiegelhöhe im Wasserspeicher bestimmt, er schwankt also lediglich zwischen höchstem und niedrigstem Wasserstand und verringert sich nur um die Druckverluste im Rohrnetz.
Bei Ausfall der Wassergewinnung, z. B. durch einen Stromausfall, oder Schäden an Transportleitungen kann ein Behälter zur Überbrückung von Betriebsstörungen dienen.

Die Wassermenge, die als Löschwasservorrat vorgehalten werden muss, kann je nach Größe der versorgten Kommune im Vergleich zum Trinkwasserbedarf erheblich sein. Da diese Löschwassermenge kurzfristig und meist nur für einen kurzen Zeitraum benötigt wird, kann die Vorhaltung in Behälteranlagen erfolgen. In vielen Wasserbehältern wird ein Löschwasservorrat bereitgehalten, dies ist also die Mindest-Füllmenge eines Behälters.

Speicherinhalt und Nutzvolumen

Man unterscheidet daher bei Speicheranlagen zwischen Speicherinhalt und Nutzvolumen. Der Speicherinhalt umfasst das Gesamtvolumen aller Wasserkammern, das für den Speicherbetrieb genutzt werden kann. Das Nutzvolumen dagegen beziffert die Differenz zwischen maximalem und minimalem Wasserspiegel. Der Speicherinhalt kann je nach Bemessung des Löschwasservorrats und einer eventuellen Sicherheitsreserve deutlich kleiner ausfallen als der Nutzinhalt.

Regelung des Wasserdrucks

In Versorgungsgebieten mit unterschiedlichen Druckzonen, zum Beispiel durch Berge und Hügel, kann für jede Druckzone ein Wasserspeicher zur Aufrechterhaltung eines konstanten Druckniveaus dienen.

Absetzen von Sedimenten

In der Wasseraufbereitung können Speicheranlagen zum Absetzen von Feststoffen, z.B. von Feinsanden und Reaktionsprodukten, eingesetzt werden. Auch eine Trinkwassertalsperre stellt eine Speicheranlage dar, die außer zur Speicherung auch für einen gleichmäßigen Volumenstrom hinter der Talsperre dient.
In der Gelsenwasser-Gruppe ist die gesamte Bandbreite an Behälteranlagen von sehr großen bis kleineren Speichern vertreten. Sie reicht beispielsweise vom Hochbehälter Gelsenkirchen-Scholven mit einem Nutzinhalt von 42.600 m³ und Essen-Kray mit 38.000 m³ bis zum Behälter in Höxter-Fürstenau mit einem Nutzinhalt von 180 m³.

Durchlauf- oder Gegenbehälter?

Bei Wasserspeicheranlagen wird außerdem nach geographischer Lage im Netz und Bauart unterschieden. Behälter können als Durchlaufbehälter zwischen Wassergewinnung/-aufbereitung und dem Versorgungsgebiet (z.B. HB Scholven, Essen-Kray) oder als Gegenbehälter hinter dem Versorgungsgebiet (HB Fürstenau) angeordnet werden. Beide Varianten sind mit diversen Vor- und Nachteilen verbunden. So bietet der Gegenbehälter eine größere Versorgungssicherheit, da die Einspeisung in das Netz von zwei Seiten erfolgt. Vorteilhaft für den Durchlaufbehälter ist, dass der Speicherinhalt kontinuierlich ausgetauscht wird und daher die Gefahr stagnierenden Wassers geringer ist.
Bauartbedingt unterscheidet man zwischen Erdbehältern (z. B. HB Scholven) und Turmbehältern / Wassertürmen (z. B. HB Kray, Fürstenau). Wasserspeicher können sowohl aus Betonfertigteilen als auch aus Ortbeton oder (Edel-) Stahl errichtet werden. Beim im Jahr 2008 gebauten HB Fürstenau handelt es sich beispielsweise um zwei Edelstahlbehälter (je 90 m³), die im Herstellerwerk gefertigt und dann per Schwerlasttransport angeliefert und aufgestellt wurden.

Hohe Anforderungen an die Konstruktion

An die Konstruktion von Behälteranlagen werden hohe Anforderungen gestellt. Die Behälterkammer soll so beschaffen sein, dass eine möglichst gleichmäßige Durchströmung mit vollständigem Wasseraustausch gegeben ist und keine Totzonen (stehendes Wasser) entstehen. Weitere Anforderungen werden an die Belüftung, Dichtheit, Beschichtung und den Sabotageschutz gestellt.

Wasserspeicherung: Der Erdhochbehälter in der Halde Scholven

Wasserspeicher in der Halde Scholven von Gelsenwasser

In der Halde Scholven in Gelsenkirchen befindet sich ein riesiger Wasserspeicher von Gelsenwasser. Er wurde Anfang der 1980er Jahre erbaut. Zehn Betonröhren – jede 66 Meter lang und mit 10 Metern Durchmesser – bilden einen der größten Wasserspeicher Deutschlands. Bis zu 36.000 Kubikmeter Trinkwasser werden dort vorgehalten (technisch gesehen passen sogar 42.000 Kubikmeter in den Behälter).

Genug für die Menschen in den umliegenden Städten wie Gelsenkirchen, Herten und Marl. Außerdem fließt Wasser von dort in den Duisburger Norden. Tagsüber geht das Wasser in die Haushalte; nachts werden die Speicher wieder gefüllt.

Das Wasser kommt über zwei Leitungen (1x mit Durchmesser 1,20 Meter und 1x mit unterschiedlichen Durchmessern zwischen 80 Zentimetern und 1,30 Meter) aus unserem Wasserwerk in Haltern am See.

Damit die Halde das Gewicht tragen kann, wurden beim Bau Betonpfähle in den Berg eingelassen. Insgesamt 5.000 Rüttelpfähle fraßen sich in die Abraumhalde, 1 Meter lang im Abstand von 1,70 Meter.

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Die wichtigsten Zahlen zum Trinkwasserbehälter in der Halde Scholven

  • gebaut 1980 bis 1983
  • Volumen 36.000 Kubikmeter (max. 42.000)
  • Baukosten 30 Mio. DM
  • 21.000 Tonnen Beton wurden verbaut
  • Abmessung der Gesamtanlage 140,5 x 67 Meter
  • 70 Zentimeter dicke Betonwände
  • Wasserstand zwischen 2,70 und 8,20 Meter
  • Temperatur konstant bei 13 Grad °Celsius

Bis Ende 2023 werden die zehn Kammern im Trinkwasserspeicher der Halde Scholven saniert. Für die Gerüste wurden extra Schienen verlegt. Die Röhren werden „gruppenweise“ auf Vordermann gebracht. Denn der Wasserspeicher ist weiter in Betrieb – über 36.000 Kubikmeter Trinkwasser werden dort für die Wasserversorgung im Ruhrgebiet vorgehalten.  

Die Röhrensanierung ist aufwendig und kostspielig. Rund 500.000 Euro verschlingt die Sanierung pro Röhre.

Schritte der Sanierung:

 

  • Trockenlegung der Röhren 
  • Schienenverlegung
  • Gerüstaufbau 
  • Vertiefung der Fugenkanten
  • Vorbereitung der Untergründe
  • Reinigung mit Wasserhöchstdruck
  • Neuverfüllung der Fugen
  • Abdichtung der Fugenbänder
  • Neubeschichtung mit Trinkwassermörtel
  • Auftragung der mineralischen Beschichtung
  • Verlegung des Estrichs

 

Wasserspeicherung: Die Hochbehälter (Wassertürme) in Herten

Die Wassertürme von Gelsenwasser in Herten sind ein Wahrzeichen der Region. Sie sind immer noch in Betrieb und übernehmen eine wichtige Rolle bei der Versorgungssicherheit und sorgen für den nötigen Wasserdruck. Insgesamt 9 Mio. Liter Trinkwasser werden zusammen in beiden Türmen gespeichert, täglich rund 70.000 Menschen in Recklinghausen und Herten versorgt! Beide Türme sind seit 1986 denkmalgeschützt.  

Ihre Konstruktion des berühmten Ingenieurs Otto Intze ist in Fachkreisen legendär.  

Einmal im Jahr – zum „Tag des Offenen Denkmals“ im September – kann man auf den älteren der beiden Türme steigen und oben auf dessen Plattform eine grandiose Aussicht über das Ruhrgebiet genießen.

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Turm 1

  • Erbaut 1908  
  • 32 Meter hoch
  • Wendeltreppe mit 142 Stufen führt auf die Plattform
  • 4.000 Kubikmeter Trinkwasser passen in den Tank
  • Trinkwasser kommt durch eine 1,20 Meter dicke und 20 Kilometer lange Leitung aus dem Wasserwerk Haltern
  • Unterbau aus Beton

 
Turm 2

  • Erbaut 1934/35
  • 29 Meter hoch
  • steht 45 Meter östlich vom ersten Turm
  • Unterbau aus 16 kreisförmig angeordneten Stahlpfeilern mit Querverstrebungen
  • 5.000 Kubikmeter Trinkwasser passen in den Tank

 

Ihre Ansprechpartner

Heidrun Becker

Pressesprecherin

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Mareike Roszinsky

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Hintergrundwissen zur Wasser-Infrastruktur von Gelsenwasser