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Kommunen und Dienstleister erhalten die Infrastruktur unter der Erde

Der Erhalt und die Sanierung von Kanalnetzen sind wichtige Aufgaben der kommunalen Infrastrukturträger. Zur Bestandserfassung und Planung von Sanierungsleistungen werden die Kanalnetze regelmäßig befahren. Die erhobenen Inspektionsdaten führen zu Zustandsklassen, die als Kennzahlen für die Sanierungspriorität dienen.

Gelsenwasser ist am Forschungsprojekt SUbKanS beteiligt

Kanäle werden nach Zustands- und Substanzsklassen bewertet

Die Priorität ist aber nur eine Größe, die es bei einer Sanierungsplanung zu beachten gilt. Je nach Schwere und Ausmaß der Schäden können unterschiedliche Sanierungsverfahren angewandt werden, die in die Arten Erneuerung, Renovierung und Reparatur zusammengefasst werden.

An dieser Stelle kommt ein weiterer Begriff ins Spiel: die Substanzklasse. Im Gegensatz zur Zustandsklasse liefert die Substanzklasse Hinweise darauf wie es um die verbleibende Nutzungsdauer der Haltung bestellt ist und welche Sanierungsart sinnvoll sein kann.

Während also die Zustandsklasse auf die Frage „Wann sollte ich sanieren?” eine Antwort liefert, kann auf die Frage „Wie sollte ich sanieren?” die Substanzklasse herangezogen werden.

Die Zustandsklasse definiert in technischen Regelwerken und ist damit nachvollziehbar und vergleichbar. Für die Substanzklasse existiert dagegen noch kein einheitliches und transparentes Regelwerk.

Im Forschungsprojekt „SubKanS” wird ein Vorschlag für eine standardisierte Ermittlung von Substanzklassen für Abwasserkanäle und Schächte erarbeitet.
Innerhalb der nächsten zwei Jahre werden Vorschläge zur Ermittlung von Substanzklassen für Kanalhaltungen und Schächte erarbeitet, miteinander verglichen und evaluiert und anschließend die geeignetste Methode als eine Standardisierungsempfehlung veröffentlicht.

Standard für Substanzklassen erleichtert Planbarkeit von Investitionen

Die Notwenigkeit eines Standards zeigen Ergebnisse aus Benchmarking-Studien, die einen kurz- bis mittelfristigen Sanierungsbedarf von 19,4 Prozent des öffentlichen Kanalnetzes vorsehen.

Die Sanierungskosten werden mit ca. 84 Mrd. Euro beziffert (Berger et al., 2016). Die Abwassersystemen altern, weshalb die Investitionen zum Werterhalt und zur Sicherstellung ihrer Funktionalität angepasst werden müssen.

Eine standardisierte Substanzklasse ist für viele Fragestellungen rund um die Sanierungsplanung wertvoll. Bewertungen anhand der Substanzklasse werden vergleichbar und durch die transparente Berechnungsmethodik kann die Aussagekraft der Kennzahl besser beurteilt werden. Prognosemodelle, die eine mittel- und langfristige Planung unterstützen, können auf der Basis der Substanzklasse angewendet, verglichen und fortgeführt werden. Substanzklassen für Kanalhaltungen können mit Substanzbewertungen von Straßen verschnitten werden und dienen so als Ausgangsbasis für eine integrale Sanierungsplanung, die mehrere Sparten umfasst.

Zuschuss vom Bundeswirtschaftsministerium

Das Bundeswirtschaftsministerium fördert SubKanS bei Gelsenwasser

Das BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft) fördert das Forschungsprojekt im Rahmen des Förderprogramms WIPANO - Wissens- und Technologietransfer durch Patente und Normen mit 780.500 Euro vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2020.

Gelsenwasser erhält 32.300 Euro Zuschuss (Förderkennzeichen 03TNH007I).

Projektpartner sind:

  • Fachhochschule Aachen
  • hanseWasser Bremen GmbH
  • S&P Consult GmbH
  • Hochschule Magdeburg-Stendal
  • Franz Fischer Ingenieurbüro GmbH
  • 3S Consult GmbH
  • SiwaPlan Ingenieurgesellschaft mbH
  • Kompetenzzentrum Wasser Berlin GmbH
  • Dr.-Ing. Pecher und Partner Ingenieurgesellschaft mbH
Gelsenwasser beteiligt sich am Forschungsprojekt SubKanS - Entwicklung eines Standards zur Bewertung und Klassifizierung der baulichen Substanz von Abwasserkanälen und Schächten