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Seit November 2011 schreibt die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) eine regelmäßige Untersuchung auf Legionellen für große Warmwasseranlagen vor. Betroffen sind alle Anlagen in Mehrfamilienhäusern und öffentlichen Gebäuden (bei Kantinen und Produktionsbetrieben mit Waschkauen sind diese Untersuchungen ebenfalls zu empfehlen)

  • mit einem Inhalt von mehr als 400 Litern oder
  • mit Warmwasserleitungen mit mehr als drei Litern Inhalt zwischen dem Trinkwassererwärmer und der Entnahmestelle (z. B. Dusche).

Legionellen sind Bakterien, die unter dem Mikroskop wie kleine Stäbchen aussehen. Sie leben im Wasser und derzeit sind mehr als 48 verschiedene Arten bekannt. Die wichtigste Art ist die Legionella pneumophila, die in 90 bis 95 % der Fälle vorkommt.

Legionellen verursachen beim Menschen verschiedene Krankheitsbilder – von leichten Grippesymptomen bis hin zu schweren Lungenentzündungen. Die Legionella pneumophila löst unter anderem die Legionärskrankheit aus, auch Legionellose genannt. Dabei handelt es sich um eine sehr schwere Lungenentzündung, die über Tröpfcheninfektion weitergegeben wird und lebensgefährlich sein kann. 

Das Bakterium kann weitere Infektionen, zum Beispiel der Atemwege, auslösen. 

Auch das Pontiac-Fieber wird durch Legionella pneumophila ausgelöst. Es verläuft deutlich milder und ohne Lungenentzündung.

Legionellen werden durch zerstäubtes, vernebeltes Wasser, also allerkleinste Wassertropfen, übertragen. Die Tropfen enthalten die Erreger und verbreiten sich über die Luft. Zerstäubtes Wasser finden wir unter anderem unter Duschen und Wasserhähnen, in Whirlpools, in Schwimmbädern bei Wasserfällen und Rutschen. Aber auch Kühltürme und Klimaanlagen „zerstäuben“ Wasser. 

Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch scheint es nicht zu geben!

Legionellen leben im Wasser und vermehren sich in warmem Wasser zwischen 25 °C und 45 °C besonders gut. Über 60 °C werden sie abgetötet, unter 20 °C vermehren sie sich kaum mehr. Daher finden sie in Hausinstallationen optimale Bedingungen. Die Ablagerungen und Beläge in den Rohren tragen neben der Wassertemperatur zur Vermehrung bei.

Das ist höchst unwahrscheinlich! Es sei denn, das Wasser mit den Erregern gelangt, zum Beispiel durch Verschlucken, in die Luftröhre und so weiter in die Lunge.

Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann eine Legionellen-Infektion höchst gefährlich sein. Das betrifft besonders Senioren, aber auch kranke Menschen.

Wichtig ist es, die Vermehrung der Legionellen in der Hausinstallation zu vermeiden. Bei einem Verdacht sollten Sie Ihre Hausinstallation auf Legionellen untersuchen lassen. GELSENWASSER prüft auf Ihren Wunsch, ob sich die gefährlichen Bakterien bei ihnen tummeln. 

Die Probenahme muss durch zertifizierte Probenehmer (gem. DIN EN ISO 19458) erfolgen. Proben sind am Ein- und Ausgang der Warmwasseranlage und am Ende jeder Warmwassersteigleitung zu entnehmen.

Die Trinkwasseranalyse ist von einem zertifizierten Labor (gem. DIN EN ISO 17025) mit frist- und fachgerechtem Versand durchzuführen. Positive Legionellen-Befunde sind unverzüglich an das Gesundheitsamt zu melden und erforderliche Maßnahmen zu ergreifen.