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Workflows

Vom Smartphone zum digitalen Zwilling

Wie aus Vermessungsdaten intelligente Infrastrukturprozesse werden

Wie können Versorgungsunternehmen ihre Infrastruktur schneller, präziser und durchgängiger digitalisieren? Welche Rolle spielen moderne Erfassungstechnologien im Leitungsbau? Und wie wird aus einer Punktwolke ein Baustein für den digitalen Zwilling?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich Matthias Knuhr, Leiter der Technischen Abteilung an unserer Betriebsdirektion in Unna.
Auf der INTERGEO 2026 in München gab er im Themenblock „Digitale Zwillinge für die Infrastruktur – Daten erfassen. Modelle entwickeln. Bauwerke erhalten“ Einblicke in die Praxis moderner Bestandsdokumentation.

In seinem Vortrag „Vom Smartphone zum digitalen Zwilling: Effiziente Bestandsdokumentation im Leitungsbau“ zeigte er anhand konkreter Anwendungsbeispiele, wie Smartphone-Vermessung bereits heute zur digitalen Transformation von Infrastrukturprozessen beiträgt.

Moderne Vermessung als Basis für digitale Infrastruktur

Im Mittelpunkt steht eine innovative Methode zur georeferenzierten Erfassung von Baustellen, Leitungsgräben und Infrastrukturmaßnahmen.
Durch den Einsatz von Smartphones, GNSS-RTK-Technologie, LiDAR-Sensorik und cloudbasierter Photogrammetrie lassen sich in kurzer Zeit präzise 3D-Daten erzeugen. Aus Bild-, Lage- und Höhendaten entstehen Orthophotos, Punktwolken und 3D-Modelle, die direkt für die weitere Bearbeitung bereitstehen.

Für uns steht dabei eine zentrale Frage im Vordergrund:

Wie lassen sich diese Daten so in bestehende Betriebs- und Geschäftsprozesse integrieren, dass daraus ein nachhaltiger Mehrwert entsteht?

Matthias Knuhr vom Team blau-grün bei seinem Vortrag auf der INTERGEO 2026 über Vermessungsdaten, die zu intelligenten Infrastrukturprozessen werden.Matthias Knuhr vom Team blau-grün bei seinem Vortrag auf der INTERGEO 2026 über Vermessungsdaten, die zu intelligenten Infrastrukturprozessen werden.

Entscheidend ist die intelligente Weiterverarbeitung

Genau hier beginnt die eigentliche Digitalisierung: Nicht die Datenerfassung allein ist entscheidend, sondern die intelligente Weiterverarbeitung.

Technologien liefern heute leistungsfähige Werkzeuge, um Punktwolken und 3D-Modelle effizient zu erstellen. Für den betrieblichen Einsatz müssen diese Daten jedoch fachlich eingeordnet, mit zusätzlichen Informationen angereichert und in bestehende Systeme eingebunden werden.

Dafür entwickeln wir eine zentrale Integrations- und Datenplattform. Sie verknüpft erfasste Vermessungsdaten mit prozessrelevanten Informationen und schafft damit die Grundlage, um digitale Daten automatisiert in nachgelagerte Abläufe zu überführen.
Qualitätsprüfungen, Freigabeschritte und weitere Attribute können direkt an der jeweiligen Messung dokumentiert werden. So stehen Informationen schneller, strukturierter und über eine Cloud-Plattform für den jeweils passenden Folgeprozess zur Verfügung – ein entscheidender Erfolgsfaktor für durchgängige digitale Workflows.

Besonders relevant ist dies für die Weiterverarbeitung in der Leitungsdokumentation und im GIS. Gleichzeitig entstehen neue Anwendungsfelder: Portal- und Workflowlösungen können Vermessungsdaten künftig auch für digitale Abnahmeprozesse oder für die Zusammenarbeit mit Behörden nutzbar machen.

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Matthias Knuhr

Matthias Knuhr / GELSENWASSER AG

„Die Zukunft der Infrastruktur liegt nicht allein im Erfassen von Daten. Sie liegt darin, aus Daten nutzbares Wissen und belastbare Entscheidungsgrundlagen zu machen.“

Mehrwert für Betrieb, Dokumentation und digitale Workflows

Aus Sicht von Gelsenwasser sind 3D-Daten damit weit mehr als ein Projektergebnis. Sie werden zu einem digitalen Vermögenswert, der über den gesamten Lebenszyklus der Infrastruktur genutzt werden kann.

Auf dem Weg zum digitalen Zwilling bildet der digitale Schatten die notwendige Grundlage. Erst durch die Verknüpfung von Vermessungsdaten mit GIS-, ERP- und Workforce-Management-Systemen entsteht eine gemeinsame Datenbasis. Perspektivisch können Zustands-, Sensor- und Betriebsdaten integriert werden, um daraus ein intelligentes Betriebsmodell zu entwickeln. Smartphone-Vermessung wird so zu einem wichtigen Enabler für zukunftsfähige Infrastrukturprozesse.

Die Diskussion auf der INTERGEO hat gezeigt: Die Branche steht vor einem entscheidenden Entwicklungsschritt. Im Fokus steht nicht mehr die Frage, ob digitale Erfassungsmethoden eingesetzt werden können, sondern wie die daraus entstehenden Daten intelligent genutzt werden, um Prozesse effizienter, transparenter und automatisierter zu gestalten.

Denn die Zukunft der Infrastruktur liegt nicht allein im Erfassen von Daten. Sie liegt darin, aus Daten nutzbares Wissen und belastbare Entscheidungsgrundlagen zu machen.