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Phosphorrückgewinnung erhält politischen Rückenwind

Am 16. Juli besuchte Sachsen-Anhalts Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt, Prof. Dr. Armin Willingmann die Baustelle der Phosphorgewinnung Schkopau GmbH (PGS) und konnte sich ein umfassendes Bild vom Fortschritt der Bauarbeiten machen. Es war sein zweiter Besuch, nachdem er im Frühjahr 2025 bereits beim Spatenstich der Anlage vor Ort war.

„Die Rückgewinnung von kostbarem Phosphor ist ein absolutes Zukunftsthema und passt deshalb ganz hervorragend zu Sachsen-Anhalt als Land der Zukunftstechnologien“, erläuterte Willingmann. „Ich freue mich, dass Gelsenwasser und EasyMining beim Bau ihrer Anlage zur Phosphorrückgewinnung vorankommen. Daran haben wir auch als Land mit starker Landwirtschaft ein großes Interesse. Unsere landwirtschaftlichen Betriebe sind auf schadstofffreien Phosphor angewiesen. Dank der künftigen Recyclingkapazitäten müssen sie weniger davon aus dem Ausland importieren. Wir sollten die Kreislaufwirtschaft auch in diesem Bereich in den kommenden Jahren weiter konsequent unterstützen.“

Die im Bau befindliche Anlage wird ab 2027 bis zu 30.000 Tonnen Klärschlammasche verarbeiten und den darin enthaltenen Phosphor so zurückgewinnen, dass er als schadstofffreies Calciumphosphat direkt einer Nutzung zugeführt werden kann. Das RevoCaP genannte Material kann in verschiedenen Anwendungen eingesetzt werden – als Rohstoff für Industrieapplikationen, für die Düngemittelproduktion, als direkt anwendbarer Langzeitdünger sowie als Futtermittelphosphat. RevoCaP ist außerdem für den ökologischen Landbau zugelassen.

In der Anlage kommt die Ash2Phos-Technologie des zur Ragn-Sells-Gruppe gehörenden Unternehmens EasyMining zum Einsatz, die mehr als 90 Prozent des Phosphors aus der Klärschlammasche extrahiert. Die in der Asche ebenfalls enthaltenen Schwermetalle werden dabei sicher abgetrennt und entsorgt. Enthaltenes Eisen und Aluminium können ebenfalls zurückgewonnen und einer Nutzung in der Industrie zugeführt werden.

„Mit der Ash2Phos-Anlage in Schkopau wird die Region eine Vorreiterrolle für die Phosphorrückgewinnung einnehmen. Das Projekt schafft neue Arbeitsplätze, stärkt die regionale Wertschöpfung und unterstreicht unser Vertrauen in das Potenzial der Region. Wir glauben an Schkopau als Standort für innovative Lösungen der Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Technologien und sind dankbar für die Unterstützung, die wir in der Region erfahren.“, so Anna Lundbom, Geschäftsführerin der PG Schkopau. Mit Hinblick auf die Inbetriebnahme 2027 sind die nächsten Einstellungen der PGS für das zweite Halbjahr geplant.

Von links: Florian Herbst, Betriebsleiter/Plant Manager der Phosphorgewinnung Schkopau GmbH; Anna Lundbom, Geschäftsführerin der Phosphorgewinnung Schkopau GmbH; Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt; Torsten Ringling, Bürgermeister der Gemeinde Schkopau; Martin Braunersreuther, Geschäftsfeldleiter Kreislaufwirtschaft bei Gelsenwasser

Die Partner EasyMining und Gelsenwasser, die die Anlage gemeinsam errichten, appellieren an die Bundespolitik, den eingeschlagenen Weg zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft konsequent fortzusetzen. Dazu gehört insbesondere die planmäßige Umsetzung der ab 2029 geltenden Pflicht zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm sowie eine Harmonisierung des deutschen Düngemittelrechts mit den europäischen Vorgaben. Dies würde Planungssicherheit für Investitionen schaffen und zugleich Klarheit für Anwender und Verbraucher gewährleisten.

Bereits im Vorfeld des Ministerbesuchs begrüßten Dr. Christian Kabbe, Geschäftsführer der EasyMining Germany GmbH, und Dr. Florian Herbst, Betriebsleiter der Phosphorgewinnung Schkopau (PGS), den Bundestagsabgeordneten Michael Kellner sowie Vertreterinnen und Vertreter von Germany Trade & Invest in Schkopau.

Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Bedeutung einer leistungsfähigen inländischen Phosphorversorgung als Beitrag zur Rohstoffsicherheit und zur Verringerung der Importabhängigkeit Deutschlands. Die großtechnische und kontinuierliche Phosphorrückgewinnung der PGS kann hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten. Voraussetzung hierfür sind jedoch verlässliche politische und regulatorische Rahmenbedingungen – sowohl durch die Einhaltung der gesetzlichen Fristen für die Phosphorrückgewinnung als auch durch die Schaffung der regulatorischen Voraussetzungen für den Einsatz des zurückgewonnenen Phosphors (RevoCaP) im Tierfuttersektor.

Schkopau, 16. Juli 2026

Hinweis an die Redaktion:
Hier gibt es Fotos vom Ministerbesuch zum Download

Die Unternehmen

Die Phosphorgewinnung Schkopau GmbH (PGS) wurde 2021 von EasyMining Services Sweden AB und der GELSENWASSER AG gegründet, um die erste Ash2Phos-Anlage in Deutschland zu bauen. Diese erste Anlage im industriellen Maßstab wird im Chemiepark Schkopau in Sachsen-Anhalt errichtet und hat eine Kapazität von 30.000 Tonnen Asche aus verbranntem Klärschlamm pro Jahr. Die Anlage wird Asche aus der Mono-Verbrennung aufnehmen und behandeln. PHOSPHORGEWINNUNG SCHKOPAU (pg-schkopau.de)

EasyMining entwickelt und implementiert nachhaltige Prozesse im industriellen Maßstab, die eine echte Kreislaufwirtschaft schaffen. Durch die Aufbereitung von Abfallstoffen zu essentiellen Nährstoffen für Pflanzen und Tiere ermöglicht EasyMining eine nachhaltigere Nutzung von Ressourcen. EasyMining gehört zur Ragn-Sells-Gruppe, einer privaten Unternehmensgruppe, die in Nordeuropa in den Bereichen Abfallmanagement, Umweltdienstleistungen und Recycling tätig ist. www.easymining.com/de
 

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