Zukunftsweisende Investitionen in die Kreislaufwirtschaft • Klimaresilienz der Wasserversorgung ausgebaut • Wasserabgabe auf Vorjahresniveau • Neue Geschäftsfeldlogik für innovative und starke Weiterentwicklung
Gelsenwasser-Vorstandsvorsitzender Henning R. Deters
Durch den großen Einsatz unseres Teams blau-grün haben wir 2025 erneut ein stabiles Ergebnis erzielt. Um weiterhin nachhaltig ökonomisch erfolgreich zu sein, haben wir unsere Geschäftsfelder neu strukturiert. So sind wir bestens aufgestellt, um die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen innovativ und effizient zu lösen und uns weiteres Geschäft zu erschließen. Das ist möglich durch die große Innovationsbereitschaft und das besondere Engagement unserer Belegschaft!
Das Unternehmen hat seine Aktivitäten seit dem Jahresbeginn 2026 in den neun Geschäftsfeldern Wasser, Abwasser, Kreislaufwirtschaft, Energie- und Wärmenetze, Energiebeschaffung und -vertrieb, Dezentrale Energien, Stadtwerke, Industrieparks und Digitale Infrastruktur gebündelt. „Im Fokus jedes Geschäftsbereichs stehen die sichere Versorgung, der Aufbau zusätzlichen Geschäfts und die innovative Weiterentwicklung und Vernetzung der Aufgaben und Leistungen“, erläutert Deters.
Immer mehr Bedeutung gewinnt bei Gelsenwasser der Ausbau der Kreislaufwirtschaft.
Dr. Agnes Janda, Vorständin
Wir sehen im Wasser- und Abwasserbereich große Chancen, Wertstoffkreisläufe zu schließen und ökonomisch nachhaltige Prozesse zu etablieren. Klärschlammverwertung und Phosphor-Recycling sind dabei zentrale Themen. Wir haben bereits zwei Anlagenprojekte zur thermischen Klärschlammverwertung mit Partnern umgesetzt, die Anlagen in Bitterfeld-Wolfen und Bremen sind im Regelbetrieb. Und wir gehen ganz konkrete Schritte, um für die gesetzliche Pflicht zum Phosphorrecycling aus Klärschlamm bundesweit Lösungen anzubieten.
In Zusammenarbeit mit der schwedischen Technologiepartnerin EasyMining wird die exklusive Anwendung des Ash2®Phos-Prozesses in Deutschland umgesetzt, um phosphorhaltige Produkte aus Klärschlammasche auf den Markt zu bringen. Die erste Anlage dieser Art baut seit Mai 2025 die Beteiligungsgesellschaft Phosphorgewinnung Schkopau GmbH (PGS), sie geht 2027 in Betrieb.
Ein weiteres Standbein beim Thema Kreislaufwirtschaft ist bei Gelsenwasser das Baustoffrecyling. Das Unternehmen ist bereits an der Bodenmanagement Rhein-Herne GmbH (50 %) beteiligt. 2025 erwarb die GELSENWASSER AG außerdem 35 % der Kapitalanteile an der BAV Aufbereitung Herne GmbH. Die BAV transportiert, lagert und vertreibt Primär- und Sekundärbaustoffe; weiterhin ist die Herstellung nachhaltiger Sekundärbaustoffe wie z. B. Flüssigboden und Ökobeton beabsichtigt.
„Für Gelsenwasser eröffnet die Beteiligung weitere kreislaufwirtschaftliche Perspektiven durch die Zusammenführung von Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit in Bau- und Infrastrukturprojekten in der Region“, so Vorstand Dr. Dirk Waider.
Die Qualitätssicherung und die Resilienz der Wasserversorgung auch im Bezug zum Klimawandel stehen im Wasserbereich im Fokus.
In Kürze wird die Erweiterung der Trinkwasser-Aufbereitung in den Ruhr-Wasserwerken mit Investitionen von über 200 Mio. € abgeschlossen – ein Meilenstein zur Qualitätssicherung. Die Inbetriebnahme der neuen Aufbereitungsstufen im Wasserwerk Halingen Mitte Juni bildet den Abschluss des insgesamt 17-jährigen Projekts.
Dr. Dirk Waider, Vorstand GELSENWASSER AG
Ebenso treiben wir die Anstrengungen gezielt voran, die Resilienz der Wasserversorgung klimaangepasst zu erhöhen. Dazu gehören z. B. der Neubau eines leistungsfähigeren Hochbehälters in Recklinghausen, ein regional punktueller Netzausbau wie in den Baumbergen im Münsterland oder Leitungsprojekte zur Absicherung der Trinkwasserversorgung in Ostwestfalen.
Geschäftsjahr 2025 und Geschäftsentwicklung
Die Ertragslage des Gelsenwasser-Konzerns zeigte sich auch 2025 stabil.
Das Ergebnis der operativen Geschäftstätigkeit fiel mit 66,0 Mio. € um 6,2 Mio. € höher aus als 2024 (59,8 Mio. €). Die positive Entwicklung ist vor allem auf Ergebnisverbesserungen im Netzgeschäft sowie Rückstellungsauflösungen zurückzuführen.
Das budgetierte Ergebnis konnte um 4,6 % übertroffen werden.
Das Beteiligungsergebnis erreichte mit 61,8 Mio. € das Vorjahresniveau.
Der Konzernjahresüberschuss betrug 2025 103,5 Mio. € und lag damit 13,8 Mio. € niedriger als der Vorjahreswert (117,3 Mio. €), der stark durch Sondereffekte wie die Wertaufholung bei einer Beteiligung und Rückstellungsauflösungen geprägt war.
Die Wasserabgabe lag 2025 auf dem Niveau des Vorjahres (+0,5 %) und betrug 218,4 Mio. m³. In den einzelnen Kund*innengruppen gab es unterschiedliche Entwicklungen: Der Absatz an benachbarte Versorgungsunternehmen stieg um 4,3 Mio. m³, die Abgabe an Haushalte lag mit 54,2 Mio. m³ leicht unter dem Vorjahreswert (- 0,5 %). Dagegen verzeichnete der Industriesektor einen Rückgang um 2,9 Mio. m³.
Der Gasabsatz verminderte sich 2025 im Gelsenwasser-Konzern um 3,1 % auf 47,7 TWh, was in erster Linie auf rückläufige Gashandelsaktivitäten zurückzuführen ist. Ohne die Berücksichtigung dieser Mengen aus der Zentralen Gasbeschaffung ist der Gesamtabsatz um 0,2 TWh gesunken; das betraf fast ausschließlich die Abgabe an Sondervertragskund*innen.
Der Stromabsatz des Gelsenwasser-Konzerns verminderte sich 2025 um 26,7 % auf 4,6 TWh. Die Minderabgabe entfiel ausschließlich auf die Zentrale Strombeschaffung
(-1,7 TWh). Im Sonderkund*innengeschäft des klassischen Vertriebs konnte das Unternehmen einen Anstieg von 11,9 % verzeichnen.
Gelsenwasser stärkte 2025 sowohl kommunale Partnerschaften als auch die Zusammenarbeit mit Industriekund*innen. Neun Unternehmen aus den Branchen Kraftwerksbetrieb, Chemie und Stahlindustrie haben ihre Verträge mit dem Unternehmen verlängert oder sind als neue Kund*innen hinzugekommen. Das Gesamtvolumen dieser Verträge umfasst jährlich ca. 83 Mio. m³ Wasser.
In Hattingen bekam Gelsenwasser den Zuschlag im Vergabeverfahren der Stadt für die ausgeschriebenen Ortsteile und versorgt dort in den nächsten 20 Jahren rd. 28.000 Einwohner*innen mit Trinkwasser.
Im Geschäftsfeld Abwasser hat das Unternehmen die Abwasserkooperation mit der Stadt Gelsenkirchen verlängert. Die Abwassergesellschaft Gelsenkirchen mbH ist damit bis mindestens Ende 2048 für die Abwasserbeseitigung zuständig.
Außerdem konnten die Gelsenwasser-Konzernunternehmen 2025 Gas- und Stromlieferverträge mit Weiterverteiler*innen und Industriekund*innen verlängern bzw. neu abschließen. Die erwartete Absatzmenge für die Lieferjahre 2025 bis 2030 liegt für Gas bei rd. 929 GWh, für Strom bei rd. 292 GWh.
Mit der Gemeindewerke Wachtendonk GmbH wurde am 15. Juli 2025 ein Pachtvertrag über das Gasversorgungsnetz in Wachtendonk abgeschlossen; seit Jahresbeginn 2026 führt die GELSENWASSER Energienetze GmbH (GWN) dort den Netzbetrieb durch.
Zum 1. Januar 2026 übernahm GWN außerdem den Gasnetzbetrieb in Castrop-Rauxel. Das Netz wird von der Stadtwerke Castrop-Rauxel GmbH gepachtet.
In 2025 hat GWN das Hochdruck-Gasverteilnetz an die neu gegründete GELSENWASSER Energienetze HD-Netz GmbH verpachtet, die seit dem 1. Januar 2026 als Netzbetreiberin für das Hochdrucknetz zuständig ist.
Das Beteiligungsportfolio baut Gelsenwasser ebenfalls weiter aus. Die Gelsenwasser-Beteiligungsgesellschaft INNEXIS (früher Infrareal Holding GmbH & Co. KG) hat 2025 im österreichischen Orth einen Pharma- und Biotech-Standort von der Takeda Manufacturing Austria AG übernommen und ist über eine Tochtergesellschaft für alle Dienstleistungen am Standort zuständig. INNEXIS setzt ihre Strategie weiter um, eine der führenden Betreiberinnen von Pharma- und Biotech-Standorten im DACH-Raum zu werden.
Die Gelsenwasser-Stiftung feierte 2025 ihr zehnjähriges Bestehen. Seit 2016 hat sie mehr als 10,5 Mio. € in nachhaltige Projekte in den Bereichen Bildung, Kultur und internationale Wasserprojekte investiert. Ein Schwerpunkt ist das Bildungsprojekt „von klein auf“: Jährlich fließen über 500.000 € in Kitas und Schulen in 76 Kommunen des Gelsenwasser-Versorgungsgebiets. Jede Einrichtung kann pro Jahr ein Projekt mit bis zu 2.500 € umsetzen. Insgesamt wurden seit 2016 rund 4,5 Mio. € an Bildungseinrichtungen ausgezahlt. „Jeder Euro ist eine Investition in die jungen Menschen dieser Region – und damit in die Zukunft und Stabilität unserer Gesellschaft“, so Deters.
Gelsenkirchen, 31. März 2026
Gelsenwasser-Konzern
- GELSENWASSER AG
- Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH, Bitterfeld-Wolfen
- Erenja AG & Co. KG, Gelsenkirchen
- GELSENWASSER Dresden GmbH, Dresden
- GELSENWASSER Energienetze GmbH, Gelsenkirchen
- GELSENWASSER Energienetze HD-Netz GmbH, Gelsenkirchen
- GELSENWASSER Magdeburg GmbH, Magdeburg
- GELSENWASSER Stadtwerkedienstleistungs-GmbH, Hamburg
- Vereinigte Gas- und Wasserversorgung GmbH, Rheda-Wiedenbrück
- Wasserwerke Westfalen GmbH, Dortmund (anteilig mit einem Anteil in Höhe von 50 % einbezogen)
Nachhaltig blau-grün bei Gelsenwasser



